Kellerasseln bekämpfen: Ursachen, wirksame Maßnahmen und wann du Verstärkung brauchst
Du hebst eine feuchte Holzplatte im Keller an, und darunter wuselt es. Ein grauer Trupp macht sich breit, als hätte er hier Wohnrecht. Die gute Nachricht vorweg: Kellerasseln sind keine Gefahr. Die weniger gute: Sie sind ein Messwert. Wo viele von ihnen sitzen, stimmt etwas mit der Feuchtigkeit nicht.
In diesem Ratgeber zeigen wir dir, warum Kellerasseln ein Warnsignal sind, welche Maßnahmen wirklich helfen und wann du dir besser Verstärkung holst.
Das Wichtigste in Kürze
- Keine Krankheitsüberträger: Kellerasseln gelten als Lästlinge, nicht als Gefahr für Mensch oder Tier.
- Feuchtigkeit ist das eigentliche Problem: Hohe Bestände zeigen dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit an.
- Ursache bekämpfen, nicht Symptome: Wer nur sprüht, verliert. Trockene Räume sind die wirksamste Waffe.
- Chemie ist das letzte Mittel: Das Umweltbundesamt rät davon ab. Lüften und trockene Lagerung reichen meist.
- Verstärkung holen, wenn es nicht aufhört: Bleibt der Befall trotz aller Maßnahmen hoch, steckt oft ein Bauschaden dahinter.

Was sind Kellerasseln, und sind sie schädlich?
Kellerasseln klingen nach Insekt, sind aber keines. Sie gehören zu den Krebstieren und sind näher mit Garnelen verwandt als mit Käfern. In Deutschland begegnet man ihnen vor allem in feuchten Kellern, unter Steinen im Garten oder im Gewächshaus.
Die gute Nachricht zuerst: Kellerasseln übertragen keine Krankheiten und beißen nicht. In Fachkreisen gelten sie als Lästlinge, nicht als echte Schädlinge. Sie zersetzen organisches Material, draußen im Garten ist das sogar nützlich. Drinnen signalisiert ihr Auftreten aber fast immer eines: Es ist zu feucht.
Wer sich also fragt, ob Kellerasseln schädlich sind, sollte die Frage umdrehen: Was macht den Ort eigentlich so attraktiv für diese Untermieter?
Warum hast du so viele Kellerasseln? Das Feuchtigkeitsproblem
Kellerasseln brauchen hohe Luftfeuchtigkeit zum Überleben, ohne sie trocknen sie innerhalb weniger Stunden aus. Findest du viele Tiere an einer Stelle, ist das kein Zufall. Typische Ursachen sind undichte Leitungen, Kondenswasser an kalten Wänden, mangelnde Belüftung, Wäschetrocknung im Keller oder feuchtes Holz und Laub.
Der häufigste Fehler sieht so aus: Die Asseln werden bekämpft, drei Wochen später sitzt die nächste Generation an derselben Stelle. Der Grund ist immer derselbe. Die Feuchtigkeit blieb unangetastet.
Konkret heißt das: Suche nach undichten Stellen, prüfe, ob Außenluft ungehindert in den Keller kommt, und vermeide feuchte Lagerung von Holz, Pappe oder Lebensmitteln direkt auf dem Boden.
Kellerasseln bekämpfen: was wirklich hilft
Der Schlachtplan funktioniert nur in dieser Reihenfolge: erst die Bedingungen ändern, dann gezielt eingreifen. Wer sofort zum Spray greift, ohne die Feuchtigkeit zu reduzieren, kämpft gegen Symptome. Die Tiere kommen zurück.
Hausmittel: was hilft und was nicht
Im Internet kursieren viele Hausmittel: Backpulver, Kaffeesatz, Kieselgur. Was ist dran?
Backpulver ist bei Kellerasseln weitgehend wirkungslos. Es trocknet keine Oberflächen aus und wirkt nicht als Kontaktgift. Kieselgur aus dem Fachhandel kann dagegen kurzfristig helfen, das Pulver beschädigt die Außenhülle der Tiere mechanisch und trocknet sie aus. Bei kleinem Befall reicht manchmal auch das manuelle Einsammeln mit einem feuchten Tuch.
Kurz gesagt: Kieselgur und Einsammeln sind sinnvolle erste Maßnahmen, Backpulver ist es nicht.
Sprays und Produkte aus dem Fachhandel: wann lohnt sich das?
Kontaktinsektizide und Fraßköder gibt es, sie wirken aber nur, wenn sie direkt in die Verstecke der Tiere gelangen. Ein Spray, das pro forma in die Kellerecke gesprüht wird, verfehlt sein Ziel.
Das Umweltbundesamt rät von chemischen Maßnahmen gegen Kellerasseln grundsätzlich ab und empfiehlt stattdessen, die Feuchtigkeit zu reduzieren. Chemische Produkte können sinnvoll sein, wenn bauliche Maßnahmen ausgeschöpft sind. Als erste Reaktion sind sie die falsche Wahl.
Kellerasseln vorbeugen: Feuchtigkeit raus, Asseln draußen
Nachhaltige Vorbeugung hat ein einziges Ziel: den Ort dauerhaft unattraktiv machen. Das heißt gezieltes Stoßlüften statt dauerhaft gekippter Fenster, keine Wäschetrocknung in schlecht belüfteten Räumen und konsequentes Trockenhalten feuchter Gegenstände. Bauliche Feuchteursachen, etwa defekte Abdichtungen, gehören in Fachhände.
Ein Nebeneffekt, der sich lohnt: Feuchte, dunkle Rückzugsorte mit organischem Material ziehen nicht nur Asseln an. Wer die Feuchtigkeit in den Griff bekommt, senkt gleichzeitig das Risiko für andere Mitbewohner, die niemand bestellt hat. Wenn bei dir parallel silbrige Tiere auftauchen, findest du hier, wie sich Silberfischchen bekämpfen lassen. Zeigen sich Nagespuren oder Kot, ist der Weg über die Mäusebekämpfung der richtige.
Kellerasseln außen am Haus loswerden: fünf schnelle Maßnahmen
- Mulch von der Hauswand fernhalten. Feuchter Mulch direkt am Fundament ist ein Fünf-Sterne-Hotel für Kellerasseln.
- Lüftungsöffnungen und Ritzen abdichten. So bleibt der Eingang ins Haus versperrt.
- Entwässerung prüfen. Staunässe neben dem Haus zieht Asseln zuverlässig an.
- Totholz und feuchtes Laub entfernen. Beliebte Verstecke direkt beseitigen.
- Stein- und Holzstapel mit Abstand zur Hauswand lagern. Rund 30 cm reduzieren das Risiko deutlich.
Wann solltest du Verstärkung rufen?
Kellerasseln gelten in Privathaushalten meist nicht als bekämpfungspflichtige Schädlinge. Trotzdem gibt es Situationen, in denen Eigenhilfe nicht mehr reicht. Wenn du trotz konsequenter Feuchtigkeitsreduktion und mehrerer Behandlungsrunden immer noch Hunderte Tiere findest, ist ein Fachbetrieb der sicherste nächste Schritt.
Das gilt besonders dann, wenn ein Feuchtigkeitsschaden an der Bausubstanz dahintersteckt, den man ohne Erfahrung schlicht nicht findet. Wer gleichzeitig Ratten, Mäuse oder Silberfischchen entdeckt, sollte die Lage ohnehin professionell einschätzen lassen. Eine Übersicht der häufigsten Schädlinge im Haus hilft bei der ersten Einordnung.
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Fazit: Kellerasseln bekämpfen ist machbar, wenn du an der Wurzel ansetzt
Kellerasseln sind keine Gefahr, aber ihr Auftreten ist ein klares Signal. Wer die Feuchtigkeit reduziert, Verstecke beseitigt und bauliche Ursachen behebt, hat gute Chancen auf eine dauerhafte Lösung. Spray allein ist kein Schlachtplan. Trockenheit schon.
Hast du die Asseln trotz aller Maßnahmen immer noch? Dann ist es Zeit für Verstärkung. Keine Panik, aber auch keine Zeit verlieren.
Häufig gestellte Fragen
Warum sind Kellerasseln ein Warnsignal?
Kellerasseln zeigen erhöhte Feuchtigkeit an. Hohe Bestände deuten auf Bauschäden oder mangelnde Belüftung hin. Die Tiere selbst richten keinen direkten Schaden an, aber die Bedingungen, die sie anziehen, begünstigen Schimmelbildung. Wer viele Kellerasseln findet, sollte zuerst nach der Feuchtigkeitsquelle suchen.
Was macht Backpulver mit Kellerasseln?
Backpulver ist als Hausmittel gegen Kellerasseln weitgehend wirkungslos. Es wirkt weder als Kontaktgift noch trocknet es Verstecke aus. Wer handeln will, greift besser zu Kieselgur oder setzt konsequent auf Feuchtigkeitsreduktion.
Wie werde ich Kellerasseln außen am Haus los?
Mit fünf gezielten Maßnahmen: Mulch und Laub von der Hauswand entfernen, Entwässerung prüfen, Lüftungsöffnungen abdichten, Holzstapel mit rund 30 cm Abstand lagern und feuchtes Totholz regelmäßig beseitigen. Das entzieht den Tieren Lebensraum und Eintrittspunkte.
Sind Kellerasseln für Menschen oder Haustiere gefährlich?
Kellerasseln übertragen keine Krankheiten und beißen nicht. Weder Menschen noch Haustiere sind gefährdet. Das eigentliche Problem ist die Feuchtigkeit im Hintergrund: Ein Keller mit dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit begünstigt Schimmel, und der kann gesundheitlich relevant werden.